Ich erinnere mich noch ganz genau an die Zeit, als gute Serien noch im Fernsehen zur besten Sendezeit liefen und nicht bei Netflix. Ihr auch? Dienstag, 20.15 Uhr auf Vox: Gilmore Girls. Lorelai und Rory, Mutter und Tochter, die sich gemeinsam durch Höhen und Tiefen kämpfen.

Eine unheimlich wortwitzige und intelligente Serie, die dennoch unheimlich romantisch war. Während damals allen klar war, dass es für Lorelai tatsächlich nur einen Mann geben kann, Luke Danes natürlich, der Mann, der Herr über Burger und Kaffee war, und damit einem Gott gleich kam (und niemals sahen Basecap und Flanellshirt so gut aus). Doch bei Rory, dem superschlauen Bücherwurm herzensgut wie Bambi, war die Sache weniger klar. Zunächst war der Dean, der perfekte erste Freund: Absolut liebenswürdig, treu und verlässlich. Noch dazu nicht allzu unattraktiv. Doch dann tauchte plötzlich Jess in Staffel 2 auf. Und schnell war klar: Da geht was. Denn Rory war einfach zu gut, in allem. Sie braucht einen kleinen Bad Boy und heimlich möchte den ja auch jeder von uns, wenigstens ein bisschen. Außerdem schien er ihr wenigstens intellektuell gewachsen zu sein. Doch dann überzog er es und wir litten mit Rory. Wollten so sehr das es klappt, er es nicht verbockt. Vergebens. Unabhängig versuchte Rory sich dann an der Uni an ein paar Dates, nur um dann das reiche Söhnchen Logan zu treffen. Und an ihm spaltete sich die treue Anhängerschaft tatsächlich. Er war so arrogant, so verschmitzt süß und alles, was Rory nicht war: Ein Draufgänger und Risikomensch. Passte  er daher gut zu ihr? Heiße Diskussionen in der Schule kamen zu keinem endgültigen Ergebnis. Für die einen war er der perfekte Mann, für die anderen ein untreuer und abgehobener Playboy. Doch dann der scheinbar für die Serie überfällige uramerikanische Fernsehtwist: Der Heiratsantrag! Emily Gilmore ist seelig und Rory lehnt ab. Und innerlich jubelten wir Mädels, denn a) mit 22 ist man ja wohl absolut zu jung zum heiraten und b) er war sowieso nie der Richtige. Und nach sieben Staffeln endete schließlich das eine Gilmore Girl wieder in Lukes Armen (Hurra!) und das andere zog unabhängig in die weite Welt. Ohne happily ever after der klassischen Art, denn am Ende war wohl keiner der Männer der Richtige für Rory. Schön war’s trotzdem.