Helden im Doppelpack – oder Warum ich Gay Romance liebe

„Wie krass! Die schreibt schwule Liebesgeschichten!“ Als ich mein „Outing“ als Gay Romance-Autorin hatte, war mein Bekanntenkreis ganz schön geschockt. Holla, die Waldfee! Aber warum eigentlich?

Wir leben in einer aufgeklärten Zeit, und trotzdem können viele nicht verstehen, dass der Löwenanteil der Gay Romance-Leserschaft weiblich und hetero ist. Zwei Fragen werden mir häufig gestellt: Warum finden Frauen schwule Liebe so sexy, und wie kommt man ausgerechnet zu Gay Romance?
Meine persönliche „Einstiegsdroge“: Fan Fiction. Die irre Beliebtheit von Slash (Fan Fic mit schwulem Pairing) machte mich neugierig. Schon nach ein paar Geschichten hatte ich mein Herz verloren. Aber so was von! Wahnsinnig prickelnd! Aufregender als alle Liebesgeschichten, das ich bis dato gelesen hatte! Ich konnte nicht widerstehen. Bald schrieb ich selber Slash – und später Gay Romance.

Aber was um alles in der Welt ist so heiß an schwulen Männern?

Einfache Mathematik: Ein megaheißer Held = super. Zwei megaheiße Helden = doppelt super! Und sollten es sogar drei sein, wie bei meinen „Bösen Jungs“ … Hui ui ui! 😉

Vermutlich ist es derselbe Reiz, der Männer auf lesbische Erotik abfahren lässt. Und das findet (seltsamerweise) ja auch keiner seltsam.
Davon abgesehen: Die Welt mal aus Männersicht zu betrachten ist ganz schön aufregend. Manches gehen Männer anders an, und dem versuchen wir Gay Romance-Autorinnen Rechnung zu tragen. Trotzdem schreiben wir unsere Jungs natürlich so, wie ihr sie liebt, und tiefe Emotionen und die ganz große Liebe spielen immer die Hauptrolle.

Wer im breit gefächerten Romance-Genre liest, der liebt das unvergleichliche Gefühl, sich zu verlieben. Ob schwul, hetero, bi … Liebe ist Liebe. Was gibt es Schöneres als ganz dolles Herzklopfen und zwei Menschen, die sich trotz aller Widerstände endlich finden?

In diesem Sinne wünsche ich euch unvergessliche Lesestunden mit Gay Romance – aber Vorsicht: Suchtgefahr!

Alles Liebe,

Eure

Susann Julieva

Eine Leseprobe zu „Böse Jungs – Eine verrückte Dreiecksgeschichte“ findet Ihr hier. 

12 Kommentare zu “Helden im Doppelpack – oder Warum ich Gay Romance liebe

  1. Gay Romance habe ich bis jetzt noch nicht gelesen. Aber irgendwie hat mich dieser Post total neugierig gemacht, also habe ich es eben gleich auf meinen Kindle geladen. Ich bin gespannt !! Übrigens muss ich mal ein Lob loswerden, die Herzenstage sind super. Tolle Beiträge, es macht richtig Spaß 🙂

  2. Ich bin auch vor einigen Jahren über Fanfictions zur Gay Romance gekommen. Da gibt es so viele schöne Geschichten! Außerdem besitzt dieses Genre noch viel Potential, was bei anderen Romance-Untergenres schon verbraucht ist. Schade finde ich nur, dass Gay-Geschichten noch nicht wirklich gesellschaftsfähig sind.

    Ich habe die „Bösen Jungs“ übrigens schon kennengelernt – und finde sie super! <3 "Sommer am See" hat mir auch gut gefallen.

    • Ui, das freut mich aber! 🙂
      Ja, es ist schon traurig, dass man von einigen immer noch schief angeschaut wird, wenn man Gay Romance schreibt oder liest. Aber zum Glück nicht von allen. Mein Bekanntenkreis war zwar zum Teil echt irritiert, aber meine Freunde haben damit kein Problem, auch wenn es die wenigsten selber lesen.

  3. Hallo Susann,

    mir gehts da ähnlich. Ein Held ist super, zwei heiße Helden sind noch besser.
    Ich lese und blogge seit Jahren im „Gay“ – Bereich und liebe es.
    Ich halte mich zurzeit zwar viel im englischsprachigen Raum auf, aber mir ist wirklich noch nie langweilig geworden. Gay Romance/Fantasy/Crime/Horror/Contemporary/Erotik etc. hat noch so viel Potential und wird auch immer beliebter und „normaler“. Man denke nur an die neuen Kategorien auf Amazon. Das ist so klasse.

    Ich lese es auch unheimlich gerne, weil ich mich nicht mit unangenehmen und nervigen Protagonistinen rumschlagen muss, in deren Rolle ich beim Lesen von Hetero-Romanen automatisch schlüpfe, sondern kann entscheiden, welche Heldenrolle ich übernehme oder ob ich nur „zuschauen“ möchte. Oftmals hat man auch das Gefühl, dass die Geschichten intensiver sind, weil die Männen teilweise viele heftigen Widrigkeiten stellen müssen, bevor sie zusammenkommen können.

    Ich freue mich auf jeden Fall auf weitere Bücher von dir 🙂
    „Böse Jungs“ fand ich wirklich klasse. Sehr sexy.

    Liebe Grüße
    Ramona

    • Dankeschön, liebe Ramona! *freu*
      Mir geht’s da ganz ähnlich – bei Het will man sich automatisch mit der Heldin identifizieren, und oftmals geht die einem tierisch auf den Senkel. 😉 Bei Gay Romance hab ich das Problem nicht. Ich kann einfach genießen, wie die Figuren interagieren. Das macht es seltsamerweise noch packender. Und es ist auch wirklich noch nicht so viel ausgelutscht. Immer wieder stößt man auf was völlig Neues. Ich lese ja auch gerne auf Englisch, da gibt es noch sooo viel zu entdecken…

  4. Ich liebe Gay Romance und bin immer auf der Suche nach guter deutscher. Die gibt es nur leider noch zu wenig. 🙁

    Deine bösen Jungs habe ich aber natürlich schon gelesen und geliebt. ;D

    Alles Liebe
    Sophie

    • Wie schön! 😀
      Echt, du findest es gibt wenig gute? Ich hab so einen hohen SUB an deutscher Gay Rom, ich komm gar nicht hinterher! 😉

  5. Elana Rain

    Huhu Susann 🙂
    Das mit der Erstreaktion auf dein „Outing“ kommt mir nur allzu bekannt vor, denn auch mein Freundeskreis hat relativ gemischt darauf reagiert, dass ich im Gay-Genre schreibe. Allerdings habe ich ziemlich viele von ihnen mittlerweile ebenfalls „infiziert“ und mittlerweile warten sie regelmäßig ungeduldig auf Nachschub *lach*

    Meine Geschichte des Annäherns an unser wunderbares Genre hat gleich mehrere Hintergründe.
    Ich habe es schon in ziemlich jungen Jahren geliebt, mir irgendwelche Geschichten auszudenken, doch irgendwann brachte ich es aufgrund schlechter Erfahrungen nicht mehr über mich, über heterosexuelle Menschen zu schreiben, konnte den nötigen gefühlsmäßigen Tiefgang überhaupt nicht mehr erreichen, von sexuellen Handlungen mal ganz abgesehen. Irgendwann stieß ich dann – damals noch auf Animexx – auf die Slash-Geschichten. Fanfiction… eine unglaublich tolle Erfindung, wie ich feststellen musste. Nachdem ich die ersten Geschichten mit homosexuellen Paaren gelesen hatte, war ich so angefixt von der Idee, dass ich mich endlich wieder an meinen PC setzen und schreiben konnte. Ich glaube, die ersten Geschichten waren damals zu „Beyblade“ *lach*. Es dauerte etwas, bis ich angefangen habe, selbst ausgedachte Geschichten zu suchen und zu lesen und oh man, ja, da kommen wir zu deiner mathematischen Gleichung: zwei…oder drei heiße Kerle sind einfach so unglaublich viel besser als einer!
    Außerdem war ich schrecklich genervt von den sich immer wiederholenden Story-Verläufen im Hetero-Genre (natürlich liegt das auch daran, dass ich da hauptsächlich Fantasy lese und es dort eben sehr auffällig ist, ich möchte keinesfalls alle Bücher über einen Kamm scheren!)
    Tja, und bis heute hat sich an dieser Erkenntnis nichts geändert. Ich liebe das Gay-Genre einfach – sowohl als Schreiberling als auch als Leser und freue mich immer wieder, wenn ich etwas Neues von euch zu Lesen bekomme. Meine Wunschliste ist soooo unendlich lang, ich weiß gar nicht, ob ich das jemals in meinem Leben aufholen kann, aber ich bemühe mich! 🙂
    Also an alle, die sich bis jetzt trotz Neugierde nicht rangetraut haben: probiert es aus! Wenn ihr kein Geld ausgeben möchtet, weil ihr euch nicht sicher seid: Plattformen wie fanfiktion.de oder auch bookrix bieten euch Unmengen an kostenlosem, wirklich gutem Lesematerial… 😉

    • Mich haben inzwischen auch ein paar Leute im Bekanntenkreis verblüfft, als sie mir plötzlich strahlend sagten, wie gut ihnen meine Bücher gefallen haben! Dass die die lesen – darauf war ich nun gar nicht gefasst! *lach*
      Ist es nicht cool, wie viele Leute über Fan Fic zu Gay Romance kommen?
      Liebe Grüße,
      Susann

  6. Ich habe mir „Böse Jungs“ schon vor einiger Zeit auf dem E-Reader geladen, nachdem ich es von einer Freundin empfohlen bekommen habe (die auch gerne Gay Romance liest). Leider kam ich bisher noch nicht dazu, es zu lesen. Aber es ist definitiv auf meiner To-Read-List für dieses Jahr und ich freue mich schon sehr darauf 🙂

    Ich schreibe auch selbst Geschichten und habe gerade im Bereich Fan Fiction auch schon öfters Slash geschrieben. Vielleicht fange ich irgendwann auch noch an, Gay Romance zu schreiben, wer weiß 🙂 Würde mich auf jeden Fall sehr reizen.

    Liebe Grüße,
    Myna

    • Hi Myna! Ich finde Fan Fiction ist eine ganz tolle Möglichkeit, sich auszuprobieren und ganz viel übers Schreiben zu lernen. Ich hab über sehr viele Jahre ausschließlich Fan Fic geschrieben, bis ich mich an meine erste Gay Romance gewagt habe. Ich hoffe, du findest den Mut und hast auch bald Spaß an einer eigenen Geschichte! Und mit meinen „Bösen Jungs“ wünsche ich dir natürlich ganz viel Freude!
      Liebe Grüße,
      Susann

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