Chris P. Rolls wurde 1971 und hat Pädagogik studiert. Schon früh dem Schreiben verfallen, gehört ihre Liebe der Fantasy und besonders der homoerotischen Fantasy und GayRomance. Gefühle intensiv zu beschreiben ist ihre ganz besondere Leidenschaft. Sie lebt im wunderschönen McPom, wo sie Arabische Vollblüter züchtet und als Pferdetrainerin/Reitlehrerin arbeitet.

  • Wie sah deine erste Begegnung mit Gay Romance (GR) aus? Was hat dich daran fasziniert?

Eigentlich begegnete ich Gay Romance erst, als ich anfing sie zu schreiben. Mein erster Schlüsselmoment war eher ein Fantasyroman und zwar von Lynn Flewelling „Luck in the shadows“. Darin entwickelte sich ganz am Rande eine zarte Beziehung zwischen den Hauptcharaktere, die in einem Kuss mündete. Fantasy mit schwulen Charakteren! Da schrieb also noch jemand solche Geschichten wie ich, und nicht nur heimlich. Auf meiner Suche im Internet nach weiteren Fantasyromanen in dieser Art, stolperte ich über Internetplattformen, in denen uA auch solche Geschichten veröffentlicht wurden. Ganz mutig stellte ich meine erste, recht erotische Story ein und von da an nahm das Schicksal seinen Lauf.

  • Was unterscheidet schwule Liebesgeschichten von hetero Love Storys?

Im Grundprinzip nicht so viel. Es geht auch um Liebe und Sehnsucht, um Gefühle und Ängste. Im Gegensatz zu den klassischen hetero Storys jedoch, ist die homosexuelle Liebe im Allgemeinen nicht so anerkannt, dh es kann ganz andere Komplikationen geben: die Reaktion des Umfelds, der Gesellschaft, des jeweiligen Charakters, wenn er seine Homosexualität entdeckt. Nichts ist von vornherein fest vorgegeben und das unterschiedet sich für mich von den 08/15 Liebesromanen. Ein Kuss zwischen Mann und Frau ruft in der Öffentlichkeit keine Reaktion hervor, zwei Männer jedoch …

Zwei Männer miteinander agieren zu lassen heißt auch: es gibt kein von vornherein festgelegtes Rollenverhalten wie bei Mann und Frau. Ich muss mich als Autorin nicht einmal mit einem davon identifizieren, ich kann auch wunderbar in der Zuschauerrolle bleiben. Ich persönlich finde es zudem sehr spannend, mich in Charaktere hineinzufinden, die ich im realen Leben nicht sein kann. Gefühle empfinden alle Menschen, aber da Männer erzogen werden, sie weniger zu zeigen, ist es auch eine Herausforderung, genau diese Gefühle zu schreiben. Und zudem finde ich zwei Männer zusammen sehr, sehr erotisch.

  • Wie bist du zum Schreiben von GR gekommen?

Nachdem ich meine ersten Geschichten online veröffentlichte, sprach mich ein Verlag an und veröffentlichte mehrere meiner Storys, Romance und Fantasy. Leider zahlte dieser Verlag mir bald schon keine Tantiemen mehr aus und ist mir diese bis heute schuldig. Ich brachte dann die ersten Bücher als Selfpublisher heraus und schreibe inzwischen für mehrere Verlage, Gay Romance und Gay Fantasy.

  • Würdet du sagen, dass gerade Frauen besonders gute GR verfassen – wenn ja, warum?

Besonders gut … Ja und Nein. Ich denke, die Schreibqualität lässt sich definitiv nicht am biologischen oder empfundenen Geschlecht festmachen. Viele Frauen sind empathischer und ihnen gelingt dadurch evt eine bessere Gefühlsbeschreibung. Dafür rutschen auch sehr viele in das klassische Rollenverhalten ab und zeichnen männliche Charaktere mit zu viel weiblichen Eigenschaften. Einige Männer neigen ggf dazu, zu hart, zu wenig gefühlsbetont, zu sehr auf Sex konzentriert zu schreiben. Natürlich sind die Grenzen dabei in jede Richtung absolut fließend. Insofern gibt es für mich nur den Unterschied zwischen guten Büchern und nicht so guten, völlig unabhängig vom jeweiligen Geschlecht des Autors.

  • Inwiefern ist GR für alle Fans von Liebesgeschichten interessant?

Weil es um Liebe geht. Um jenes wunderbare Gefühl, die Magie, die diese Emotion mit sich bringt. Wir alle sehnen uns danach, wollen es mit derjenigen oder demjenigen erleben, der richtig ist. Ich finde, dass Gay Romance vor allem deswegen interessant ist, weil sie zeigt, dass jeder Mensch, gleich welcher sexuellen Ausrichtung, lieben darf und geliebt werden soll. Liebe ist immer Liebe.

  • Du arbeitest gerade an einem neuen Roman – worum geht es darin?

Genau genommen an dreien. Ich arbeite meistens an mehreren Projekten parallel. Einer dieser Romane wird eine Gay Romance, die in der Szene des amerikanischen Supercross spielen wird.

  • Was ist das Besondere an der Geschichte?

Ich betrete mit dieser Sportdisziplin Neuland. Einem Sport, in dem es oft sehr hart zugeht, in dem Ehrgeiz und Aggression, Kampfeswille, das Aushalten von Schmerz und hartes Training, den Alltag bestimmen. Eine eigene Männerwelt mit vielen unausgesprochenen Regeln. Meine Charaktere sind entsprechend: zwei harte Typen, die wenig Gefühle zeigen wollen und ihnen dennoch erliegen. Es ist superspannend, sich da hineinzufinden.

  • Wann und wo erscheint das Buch?

Highspeed Love wird am 13. Mai bei Forever by Ullstein als E-Book erscheinen.

 

Highspeed Love von Chris P. Rolls – ab 13. Mai überall erhältlich!

Direkt zu Beginn der neuen Motocrosssaison bekommt der erfolgreiche Motorradfahrer Cole einen neuen Mechaniker: Es ist ausgerechnet Maxwell, der Zwillingsbruder von Coles altem Erzfeind und härtesten Konkurrenten. Maxwell behagt ihm nicht als neuer Chefmechaniker, weil er seinem Bruder zum Verwechseln ähnelt und damit Coles Gefühle durcheinanderbringt. Aber Cole lernt ihn und seine Arbeit schon bald zu schätzen und legt sein Misstrauen ab. Gleichzeitig muss er sich mit seinen wachsenden Gefühlen für Maxwell auseinandersetzen, von denen er weiß, dass er sie nicht erwidern wird. Als der Tage des großen Rennens näher rückt, häufen sich plötzlich gefährliche, technische Defekte an Coles Maschine. Steckt Maxwell dahinter? Will er die alte Rechnung seines Bruders begleichen? Kann Cole ihm doch nicht trauen? Als es zu einem leidenschaftlichen Kuss zwischen den beiden kommt, ist danach nichts mehr, wie es war.

 Facebook    Twitter    Instagram