Nicht nur bei Liebesritualen gibt es international allerhand Unterschiede, sondern auch bei der Trauzeremonie selbst. In Bulgarien zum Beispiel soll die Ehefrau strahlend rein in die Ehe gehen. Und dafür muss sie einiges über sich ergehen lassen: Einem alten Brauch gemäß muss sie kurz vor der Hochzeit ein Bad mit glühenden Kohlen nehmen! In die die glühend heiße Wanne kommt sie jedoch nur springend – über ein rotes Band, das die Brautmutter hoch hält. Und was schließen wir daraus? Eine Frau, die das überlebt, übersteht auch die Ehe. 😉

Die Dänen lassen es viel zärtlicher angehen. Hier dürfen die Gäste jeweils einen Part des Brautpaares küssen – und zwar immer dann, wenn der jeweils andere gerade nicht im Raum ist. Wann immer er oder sie also den Raum verlässt, ist der zurückbleibende Partner „Freiwild“. Aber keine Sorge, sobald der andere Ehegatte zurückkommt, ist augenblicklich Schluss mit der Küsserei.

Auch in Frankreich werden einige der geladenen Hochzeitsgäste mit einem Schauspiel beglückt, das manchem hierzulande merkwürdig erscheinen mag. Hier wird die Braut nicht geküsst, hier zieht sie sich gleich aus! Nicht ganz, versteht sich. In der Mitte des Raumen stehend zieht sie den Saum von ihrem Kleid hoch. Ganz langsam, Stück für Stück. Sowohl weibliche als auch männliche Gäste bieten ihr Geld – fürs Weitermachen. Das geht so lange, bis das Strumpfband zu sehen ist. Dieses darf derjenige behalten, der als letztes Geld geboten hatte, und das so eingenommene Geld kommt dem Brautpaar zugute. Je höher also das Strumpfband sitzt, desto erklecklicher die eingenommene Summe.

In Schottland gibt es bei Hochzeiten sogar ein „Grün-Verbot“. Dieses Verbot beruht auf einer sehr schönen Vorstellung: Die Schotten finden, dass diese Farbe den Elfen vorbehalten ist, und um diese nicht zu erzürnen, darf weder etwas Grünes getragen noch gegessen werden. Selbst aus der Speisekarte für das Hochzeitsmenü werden deshalb sämtliche grünen Lebensmittel gestrichen. Schade für alle Liebhaber von Spinat, Brokkoli und grünen Bohnen 😉

So ungewöhnlich uns so mancher fremdländische Hochzeitsbrauch erscheinen mag – unsere deutschen Bräuche werden im Ausland sicher mit nicht weniger Kopfschütteln zur Kenntnis genommen: Denn warum die Brautleute während ihrer Hochzeit statt sich zu amüsieren Baumstämme zersägen, erschließt sich wohl nicht jedem auf den ersten Blick. Ganz zu schweigen von der traditionellen Brautentführung: Dass eine frisch getraute Ehefrau während ihrer eigenen Hochzeit entführt wird und so lange in einem Versteck ausharren muss, bis sie errettet wird, fällt im Ausland sicher unter die Rubrik: Kuriose Hochzeitsbräuche aus aller Welt 😉

Quelle Dänemark, Frankreich, Schottland; Quelle Bulgarien