Sieben Jahre hat sie ihn nicht gesehen. Kyle. Den Exfreund ihrer Schwester und Albtraum ihrer Schulzeit. In einem Club steht er plötzlich vor ihr. Aber auch Kyles Charme und gutes Aussehen können die Verletzungen von damals nicht ungeschehen machen. Zudem hat Peg ganz andere Sorgen. Doch als alles über ihr zusammenbricht, kann Peg sich ihrer zwiespältigen Gefühle nicht mehr erwehren.

Aber kann Kyle wirklich nur eine kurze Ablenkung sein?

Amy Baxter - Hold on to You

Hold on to You – Kyle & Peg

Willst du mir immer noch helfen?

Verdammt! Warum schrieb ich ausgerechnet Kyle an?

Ich hätte an den Strand gehen sollen, um meine Gedanken freizulassen, um zu verstehen, was gerade mit meinem Leben passierte. Ich hätte auch in die nächste Bar fahren könnten, um mir mit einer Flasche Tequila den schalen Geschmack runterzuspülen, der mir seit dem Telefonat mit meiner Stiefschwester auf der Zunge lag. Aber nichts davon reizte mich. Das, was mir zuerst in den Sinn gekommen war, war er.

Über den Grund dachte ich lieber nicht genauer nach.

Ich sog scharf die Luft ein, als nur wenige Sekunden später mein Handy vibrierte.

Was kann ich tun?

Mein Herz begann, das Blut schneller durch meine Adern zu pumpen, sodass es in meinen Ohren rauschte. Ich konnte noch zurück. Ich musste das nicht tun! Die Alarmglocken in meinem Kopf schrillten unerbittlich. Dennoch tippten meine Finger wie auf Autopilot eine Antwort.

Können wir uns treffen?

Wann und wo?

Jetzt. Bei dir?

Gott, ich hörte mich wirklich verzweifelt an. Aber das war ich ja auch. Ich brauchte Ablenkung von dem Gedankenkarussell, das sich unaufhaltsam weiterdrehte. Wollte fühlen statt denken. Mich mit allen Sinnen auf ihn einlassen, damit kein Platz mehr für das blieb, was ich eben erfahren hatte.

Mit starrem Blick fixierte ich das Handy in meiner Hand, bis endlich seine Adresse auf dem Display auftauchte.

Ich startete den Motor. Das vertraute Brummen von Moms altem Honda erklang, und ich stellte das Radio an. Ich konnte diese drückende Stille nicht ertragen. Legendary von Welshly Arms lief gerade, und ich musste einmal tief durchatmen. Kaum ein Song hätte das Chaos in mir besser beschreiben können.

Been looking for the answer

ever since we were seventeen.

You know the truth can be a weapon

Seit wir siebzehn waren …

Shit!

Ich hatte Kyle acht Jahre nicht gesehen, genau genommen seit Verlassen der Highschool. Und ihn seitdem aus meinem Leben verbannt. Selbst wenn die Erinnerung in sentimentalen Momenten doch ihre Krallen nach mir ausgestreckt hatte, um mich wieder in das dunkle Loch zurückzuzerren, hatte ich ihr die Tür vor der Nase zugeschlagen und den Schlüssel dreimal umgedreht. Diese Methode hatte auch ganz wunderbar funktioniert.

Bis vor ein paar Tagen.

Bis er erneut in mein Leben geplatzt war. Wie ein Tornado im Überschallflug hatte er all meine Vorsätze eingerissen und mich überrollt. Er hatte mich wieder daran erinnert, wie seine Finger sich auf meiner Haut anfühlten und seine Lippen auf meinen.

Aber ich hatte auch nicht vergessen, was er mir angetan hatte. Bilder blitzten vor meinen Augen auf. Bilder, die ich tief in mir vergraben hatte. Und noch bis vor wenigen Tagen war es für mich unvorstellbar gewesen, dass sie irgendwann mal wieder an die Oberfläche dringen würden. Den damit verbundenen Schmerz ignorierte ich.

Ich trat das Gaspedal stärker durch.

Eine halbe Stunde später stand ich vor Kyles Haus. Es war mir egal, dass dieser Besuch alles nur noch komplizierter machen würde. Ich dachte nicht darüber nach, was danach geschah. Ob ich mich dann wieder fühlen würde wie damals, mit siebzehn …

Er öffnete mir mit einem unschlüssigen Lächeln.

»Hey.«

Er schien verwundert über meinen plötzlichen Überfall. Vielleicht auch ein bisschen neugierig. Die Frage nach dem Warum brannte unausgesprochen zwischen unseren Körpern. Wie das Feuer, das bei seinem Anblick in mir aufloderte.

Eigentlich sollte ich gar nicht hier sein!

Aus Gründen, die acht Jahre zurücklagen. Aber ich verdrängte sie unverzüglich.

Ich brauchte ihn. Jetzt!

Ich wollte nicht reden. Ich wollte ihn nicht begrüßen, mich nicht mit Smalltalk aufhalten. Was auch immer seine Gründe dafür sein mochten, mich herkommen zu lassen – mein Antrieb war nur ein Einziger. Und als ich in seine blauen Augen sah, die mich so unwissend musterten, blendete ich alles aus. Ich trat aus meiner Hülle und ließ die Vergangenheit hinter mir.

 

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